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Drohnen: Bei professionellem Einsatz Piloten schulen und zertifizieren / TÜV Rheinland: Bisher kaum Standards bei der Pilotenschulung / Zertifizierung ab Juni möglich (FOTO)

Köln (ots) –

Sie liefern spektakuläre Luftaufnahmen und jede Menge Spaß:
unbemannte Luftfahrzeuge (Unmanned Aerial Vehicles – UAV), besser
bekannt als Drohnen. Kein Wunder, dass Drohnen in den vergangenen
Jahren einen regelrechten Boom erlebt haben. Doch sie erreichen
teilweise hohe Geschwindigkeiten und sollten mit Vorsicht gesteuert
werden. Insbesondere für den kommerziellen Einsatz wird der Ruf nach
gezielter Ausbildung für den Piloten immer lauter. UAV werden
beispielsweise in der Landwirtschaft eingesetzt, um
Pflanzenschutzmittel zu versprühen. Mit ihrer Hilfe werden
Grundstücke vermessen sowie Schäden an Gebäuden und Brücken
lokalisiert. Auch Fotografen nutzen die unbemannten Flugkörper immer
häufiger.

Keine einheitlichen Vorgaben bei Fluggenehmigungen

Pläne, Drohnenflüge zu regulieren und Piloten zu registrieren,
gibt es viele, bisher aber keine einheitlichen Standards.
Aufstiegsgenehmigungen für gewerbliche Copterflüge erteilen die
jeweiligen Landesluftfahrtbehörden. Je nach Bundesland verlangen
einige Ämter Nachweise über die Flugpraxis. Anderen genügt es, wenn
der Pilot in einem anderen Bundesland bereits eine Erlaubnis erhalten
hat. Ausgestellt werden allgemeine oder
Einzel-Aufstiegsgenehmigungen, die zeitlich und auf eine bestimmte
Tätigkeit begrenzt sind. Das richtet sich unter anderem nach dem
Gewicht. Für die gewerbliche Nutzung von Drohnen muss unter anderem
die Zustimmung des Grundstückeigentümers oder – bei öffentlichen
Flächen oder Gebäuden – die der Stadt eingeholt werden.

Umfassende Schulung in Theorie und Praxis

Nutzer, die Drohnen professionell einsetzen, sollten ihre
Befähigung durch eine Prüfung nachweisen. “Drohnenhersteller bieten
Schulungen an, die circa einen halben Tag dauern und den Fokus eher
auf das Produkt richten. Besonders für den gewerblichen Bereich
reichen sie daher nicht aus. Dort ist ein abgestimmtes
Ausbildungsverfahren nötig”, erklärt Martin Sperber, Luftfahrtexperte
bei TÜV Rheinland und Obmann des DIN-Arbeitsausschusses für UAS.

TÜV Rheinland arbeitet mit zwei Partnern aus der Industrie
(Spectair Group und Caballero & Hesselbarth Consulting, CHCon) sowie
Behörden zusammen, um Anforderungen an Piloten festzulegen. Darüber
hinaus haben TÜV Rheinland und CHCon ein prüf- und zertifizierfähiges
Ausbildungskonzept entwickelt. Dieses Ausbildungskonzept findet
derzeit breite Zustimmung in den Bund-Länder-Konferenzen. Die in der
Regel einwöchige Schulung behandelt Luft- und Flugrecht, Flugmechanik
und Gerätebedienung, Persönlichkeitsrecht und Datenschutz sowie
Meteorologie und Funktechnik. Sie endet mit einer Prüfung. Die
Teilnehmer erhalten ein entsprechendes offizielles Zertifikat durch
den TÜV Rheinland. Diese Ausbildung wird durch den Bundesverband für
unbemannte Systeme gestützt. Das Ausbildungskonzept startet ab Juni
2016.

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