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EU legt Klimapaket „Fit für 55“ vor / Flughäfen unterstützen Klimaziele durch ambitionierte Agenda, Sorge vor Überforderung des Luftverkehrs im internationalen Wettbewerb

Berlin (ots) – Mit dem Klimapaket kommen auf die Luftverkehrsbranche und die Flughäfen erhebliche Veränderungen und Anforderungen zu: Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV erklärt dazu:

„Prinzipiell sehen sich die Flughäfen in Deutschland und Europa mit ihrer ehrgeizigen Agenda zur CO2-Reduzierung gut vorbereitet. Allerdings überwiegen heute die sorgenvollen Stimmen, die vor einer weiteren Benachteiligung des Luftverkehrs in einem sich verschärfenden internationalen Wettbewerb warnen. Eine immer weitergehende Anhebung der Klimaziele, darf keine Einbahnstraße aus fortwährenden Belastungen sein. Wer wie die Kommission viel fordert, muss auch fördern und unterstützen. Das gilt insbesondere für die von Corona gebeutelten Flughäfen, die unverändert an ihren Maßnahmen für mehr Klimaschutz festhalten wollen. „Fit für 55″ darf den Luftverkehr nicht ausbremsen, sondern muss ihn in seinen Bemühungen unterstützen. Ansonsten wird Europas Luftverkehr ausgebremst mit nicht absehbaren – auch sozialen – Folgen.“

Vor diesem Hintergrund formuliert die ADV klare Forderungen für Unterstützungsmaßnahmen an die europäische und nationale Politik:

– Klimaschutzinvestitionen der Flughäfen finanziell fördern: Ein E-Bus kostet den Flughafen das Dreifache eines Diesel-Busses
– Ausbau der Bodenstromversorgung durch Förderprogramm vorantreiben: Grüner Strom statt Hilfsturbinen oder laufende Verbrennungsmotoren
– Intermodalität durch eine verbesserte Schienenanbindung der Flughäfen stärken: Nur drei Flughäfen in Deutschland sind bislang ans ICE-Netz und fünf an das Fernverkehrsnetz angeschlossen
– Flughäfen im „Single European Sky 2+“ – Projekt als wichtige Player einbinden: jeder Flug startet und endet an einem Flughafen – ganzheitliches Netzmanagement für weniger CO2-Ausstoß und für bessere Wirtschaftlichkeit des Luftverkehrs
– Beimischungsquoten für SAF müssen für europäische + internationale Fluggesellschaften gleichermaßen gelten: Einseitige Wettbewerbsnachteile europäischer Airlines schaffen kein Mehr an Klimaschutz, sondern ungewollte Verkehrsverlagerungen
– Faire Zielvorgaben für alle Beteiligten: CO2-Wachstum international wettbewerbsneutral kompensieren
– Innovative Konzepte zur Dekarbonisierung entschlossen fördern: alternative Kraftstoffe und elektrische Antriebe im Flugverkehr zum Durchbruch verhelfen
– Förderung des ökologischen Umbaus der Flughäfen („Grüne Investitionen“) durch öffentliche Mittel

Laufende Reduktion der CO2-Emissionen der ADV-Flughäfen

Die Flughäfen engagieren und bekennen sich – ungeachtet der enormen Belastungen durch die Covid-19 Pandemie – zur vollständigen Absenkung ihrer CO2-Emissionen. Bereits 2010 sind die Flughäfen eine Selbstverpflichtung eingegangen, um mittels konkreter Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudemanagement, in der Fuhrparkerneuerung, im laufenden Flughafenbetrieb sowie durch den Einsatz grüner Energie ihre CO2-Emissionen kontinuierlich zu senken. „Die klimaneutrale Infrastruktur eines Flughafens ist ein wichtiger Baustein den Luftverkehr bis zum Jahr 2050 vollständig zu dekarbonisieren“, erklärt der ADV-Hauptgeschäftsführer.

ADV-Airports leisten einen wichtigen Beitrag zum grünen Luftverkehr

– 29% weniger CO2-Emissionen von 2010 bis 2019
– 400.000 Tonnen CO2-Einsparung seit 2010
– 140 Mio. EUR Investitionen in erneuerbare Energien, alternative Fahrzeuge & in Gebäude

Das hohe Engagement an jedem Standort leistet einen signifikanten Beitrag, damit die Luftverkehrsbranche die ökologischen Vorgaben unter schwierigsten ökonomischen Rahmenbedingungen erreichen kann. „Emissionsfreie Flughäfen bis 2050 – das verlangt viel, und zwar nicht in ferner Zukunft, sondern ganz konkret und jetzt. Dafür erwarten die Flughäfen konsequente Unterstützung – durch die EU-Kommission, und erst recht von einer neuen Bundesregierung. Für die Flughäfen gilt: Was jetzt schon beim Klimaschutz machbar ist, soll gemacht werden!“, so Beisel abschließend.

Pressekontakt:

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