EEAS – Energy Efficient Aviation Solutions

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Zum 28. Februar 2017 konnten wir das Projekt erfolgreich abschließen. In den vergangenen ca. 1,5 Jahren haben wir gemeinsam mit Hamburg Aviation, BBAA, Silicon Saxony und der TU Dresden Akteure aus der Luft- und Raumfahrt mit denen aus der Mikro- und Nanoelektronik zusammen gebracht. Es wurden Kontakte zwischen Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft aufgebaut, Ideen für Forschungs- und Entwicklungsprojekte entwickelt und erste branchenübergreifende Kooperationen initiiert. Wir danken allen, die das Projekt unterstützt haben.

Das Flugzeug der Zukunft kann mehr als nur fliegen. Ob intelligente vernetzte Kabinen in denen z. B. die Flugzeugfenster gleichzeitig Touchscreens sind und Informationen wie den Flugverlauf direkt auf das Fenster projizieren, Materialien in die Funktionen wie Licht, Sensorik oder Sicherheit integriert sind, dazu alternative und energiesparende Antriebstechniken oder auch Angebote wie selbstständig durch die Kabine fahrende Trolleys – in der Luft- und Raumfahrtbranche liegt ein enormes innovatives und wirtschaftliches Potenzial für neue Ideen. Dabei kommen die Innovationsimpulse oftmals durch die Integration „luftfahrtfremder“ Technologien. So sind z. B. immer mehr Komponenten aus der Halbleiter- und IKT-Branche für die Luft- und Raumfahrt interessant.

Genau hier setzte das Verbundvorhaben „EEAS-Energy Efficient Aviation Solutions“ an. Ziel der Zusammenarbeit war die Vernetzung der Akteure aus den Branchen Luftfahrt sowie Mikro-/Nanoelektronik (MNE) einschließlich der Mikrosystemtechnik (MST) und Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). Durch diese branchen- und länderübergreifende Vernetzung soll vor allem die Position der KMU am Markt und in den jeweiligen Lieferketten nachhaltig gestärkt werden. Besonderes Augenmerk liegt bei der Zusammenarbeit auf drei Kompetenzfeldern: 1. Elektrik- und Elektronikintegration, 2. Neue Materialien und Sensorik, 3. Flugzeugtriebwerke.

Im Projektzeitraum Mai 2015 bis Februar 2017 erfolgte die Kontaktaufnahme, Vernetzung und die Entwicklung erster Ideen für mögliche Kooperationen zwischen Innovatoren und Flugzeugbauern sowie etablierten Luftfahrtunternehmen. Rund 100 Unternehmen aus allen angesprochenen Branchen haben sich am EEAS-Projekt beteiligt. Dies verdeutlicht die Relevanz des EEAS-Projektes in einem zunehmend von der Digitalisierung geprägten Umfeld. Zum Abschluss des Projektes im Februar 2017 wird als Basis für die weiterführende Zusammenarbeit ein Katalog mit Kooperationsansätzen sowie Projektideen mit dazugehörigen Forschungsfeldern vorliegen. Gemeinsam wollen die Verbundpartner an der Umsetzung der Projektideen arbeiten.

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Das Ziel des Konsortiums „Energy Efficient Aviation Solutions“ (EEAS) ist es, Strategien zu entwickeln, wie sich die Energieeffizienz im Flugzeugbau durch Technologieintegration verbessern lässt.

Die Konsortialpartner sind: Kompetenzzentrum Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen e. V., Berlin Brandenburg Aerospace Alliance e. V., Silicon Saxony Management GmbH, TU Dresden und Hamburg Aviation – Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg e. V.

Motivation und Hintergrund

Der Luftverkehr der Zukunft ist ein Motor für die Weiterentwicklung der globalen, hoch vernetzten Zivilisation. Bis 2050 soll die Zahl der Flüge allein in Europa von zurzeit knapp 10 Millionen auf rund 25 Millionen Flugbewegungen pro Jahr steigen. Das weltweite Passagieraufkommen wird sich nach Schätzungen der Europäischen Kommission bis 2050 auf 16 Milliarden Personen verfünffachen.

Dabei müssen die Megatrends Globalisierung, Logistik und Mobilität als Treiber hierfür mit den globalen Herausforderungen Ressourcenschonung, Umwelt- und Klimaschutz sowie Nachhaltigkeit balanciert werden. Energieeffizienz wird der Schlüssel sein, die notwendige Balance zu schaffen. So will der Luftfahrtkonzern Airbus den CO2-Ausstoß seiner Flugzeuge pro Passagier und Kilometer bis 2020 um die Hälfte reduzieren.

Den sich hieraus ergebenden interdisziplinären Anforderungen an die Bereiche Luft- und Raumfahrt, Elektronik, Sensorik, Material und Software haben sich die Partner des Konsortiums „Energy Efficient Aviation Solutions“ (EEAS) verschrieben. Sie wollen die heute bereits vorhandenen Stärken im Bereich der zivilen Luft- und Raumfahrtprogramme mit den Möglichkeiten der Mikroelektronik, Sensorik, Aufbau- und Verbindungstechnik sowie Software in eine neue Qualität entwickeln und sich eine international starke, strategische Position erarbeiten.

Die von Anfang an starke Orientierung der Konsortialpartner auf Wertschöpfungsketten erfolgt nicht zuletzt in Konsequenz an das sich ändernde Beschaffungsverhalten der großen Systemführer Airbus und Boeing – sowohl geografisch als auch in den Komplexitätsanforderungen, der Verlagerung der Schwerpunkte globaler Mobilität hin zu den Emerging Markets und dem Erstarken von außereuropäischen Luftfahrzeugprogrammen. Das Konsortium wird mit seiner Arbeit die Innovationskraft der beteiligten Akteure stärken und ihnen gleichzeitig durch die zielorientierte Vernetzung neue Märkte öffnen.

Bild1 EEAS Clusterregion

 

EEAS Kompetenzfelder

Im Kompetenzfeld „Neue Materialien und Sensorik“ wird sich das Konsortium den Themen Sensorik, der Integration und Energieversorgung dieser in die Bauteile sowie der notwendigen Datenanbindung widmen. Die Herausforderung dabei ist, dass den Bestrebungen, Gewicht zu sparen, der Trend zu immer mehr Komfort und Funktion in Passagierflugzeugen entgegensteht. Zudem werden neue Flugzeugkonzepte völlig neue Anforderungen an Grundstruktur und Komponenten stellen.

Im Kompetenzfeld „Elektrik- und Elektronikintegration“ wird sich das Konsortium mit der Höherintegration von Bauteilen beschäftigen – mit dem Ziel, bei steigender Funktionalität das Gewicht zu senken und die Energieeffizienz zu steigern.

Den Anforderungen, die sich aus den neuen Materialien ergeben, stellt sich das Konsortium im Kompetenzfeld „Bauteile und Materialien im Lebenszyklus“. Das Konsortium schließt dabei die zweite Lebensphase, die Umrüstung vom Passagierflugzeug zum Frachtflugzeug, als einen wesentlichen Themenkomplex mit ein, denn verbaute Sensoriken und neue Werkstoffe werden zukünftig die Umrüstung wesentlich beeinflussen.

Technologie

Die Zusammensetzung des Konsortiums und die geplante Einbindung der Ressourcen regionaler Netzwerke bietet eine einmalige Chance: die Kombination der im südlichen Konsortialgebiet vorhandenen Kompetenzen im Bereich der Mikro- und Nanoelektronik, Sensorik sowie Aufbau- und Verbindungstechnik mit der Anwendungskompetenz des Triebwerk- und Komponentenbaus in der Mitte des Konsortialgebietes und den Kompetenzen der Luftfahrzeughersteller im nördlichen Konsortialgebiet.

Diese Kombination stellt nicht nur eine sehr gute Ausgangsbasis für die Fusion von neuen Materialien, Sensorik, Mikro- und Nanoelektronik sowie Software zu neuen höherintegrierten Baugruppen und Komponenten dar – sie garantiert auch eine enge Fokussierung auf reale Anwendungsfülle für die Zielindustrie und im Erfolgsfall einen schnellen Marktzugang. Höherintegrierte Baugruppen und Komponenten sichern neben einem Wettbewerbsvorteil auch eine höhere Wertschöpfung und ermöglichen zusätzliche Ansätze für Dienstleistungen und Services.

Die ersten Schritte

Im Rahmen des EEAS-Projekts analysieren die Konsortialpartner die Industrie- und Forschungsschwerpunkte innerhalb der Clusterregionen Sachsen/Thüringen, Berlin/Brandenburg und Hamburg. Die Ergebnisse dienen als Basis für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen untereinander und mit Forschungseinrichtungen sowie der Entwicklung einer gemeinsamen Vermarktungs- und Kommunikationsstrategie. Die Analyse zielt vorrangig auf die Identifizierung von Komplementaritäten, Synergien und Potentialen für weitere intelligente Spezialisierungen auf der regionalen, nationalen und internationalen Ebene.

Weitere Informationen zum Projektablauf und zukünftigen Veranstaltungen finden Sie auf unserer Homepage.

 

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