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LRT meets BavAIRia

LRT meets BavAIRia
LRT meets BavAIRia

Gleich drei Tage hintereinander stand das Motto in doppelter Hinsicht im Zeichen der Kooperation. Der LRT e.V. traf sich gemeinsam mit seinen Mitgliedern und dem bayerischen Luft- und Raumfahrtnetzwerk BavAIRia e.V. auf dem Aviation Forum in München. Danach ging es zum Netzwerktreffen im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und zur 328 Support Services GmbH nach Oberpfaffenhofen. Das Treffen wurde über die Supply Chain Excellence Initiative Saxony organisiert.
03.12.2019 Sascha Mühl

9. Aviation Forum in München

Das Aviation Forum ist ein Treffen von Luftfahrtfachexperten, welches bis dato immer in Hamburg stattgefunden hat. Dieses Jahr wurde der Auftakt das erste Mal in München eingeläutet.

Über den LRT-Joint-Booth haben sich die Unternehmen 3D-ICOM und rmw Kabelsysteme an ihren Ständen präsentiert. Ebenso waren die Elbe Flugzeugwerke und die IABG mit einem eigenen Stand vor Ort. Doch auch als Besucher hat sich die Teilnahme am Forum gelohnt. Unter anderem konnten sich Cotesa und das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) über die Anforderungen an die Zulieferer und zukünftige Technologien informieren.

@LRT 1 Unternehmensvertreter der LRT Mitglieder rmw Kabelsysteme GmbH, Elbe Flugzeugwerke GmbH, 3D ICOM GmbH & Co. KG und Cotesa GmbH gemeinsam vor dem bavAIRia e.V. Stand

Neben der Vorstellung des Planes von DIEHL Aviation sich vom Build-to-Print bzw. Design-to-Spec Lieferanten hin zum selbstständigen Produktanbieter zu entwickeln, diskutierte Airbus Helicopters über Ansprüche der neuen modularen Plattform des H145(M) Helikopters. Ein weiteres intensives Diskussionsthema ist das Vorhaben von Airbus alle Zulieferer einer digitalen Supply Chain zu integrieren. Mit dem Digital Design Monitoring System (DDMS) soll die Zusammenarbeit mit den Zulieferern optimiert werden. Ebenso waren weitere namhafte Luft- und Raumfahrtakteure wie UTC, Collins Aerospace, GE Aviation, Boeing, Safran sowie MTU, Lilium, Liebherr und weitere kleinere Zuliefer- und Maschinenbaufirmen vor Ort.

Netzwerktreffen mit bavAIRia beim DLR in Oberpfaffenhofen

Einen Tag nach dem Forum trafen sich 32 Unternehmensvertreter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen. Dabei konnten sie in einem kurzen Pitch ihre Firma vorstellen. Anschließend diskutierten die Produzenten, Entwicklungsdienstleister, Maschinenhersteller und Forschungszentren über potentielle Kooperationsansätze. Spannend war der Mix vom Tier 1 bis hin zum Multi-Tier. So konnten intensive Diskussionen entlang der Lieferkette geführt werden.

@LRT 2 Dietmar Körner, Geschäftsführer der rmw Kabelsysteme GmbH pitcht sein Unternehmen

Abgerundet wurde das Netzwerktreffen mit der Unternehmensbesichtigung am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen bei der 328 Support Services GmbH. Das Unternehmen hat sich das ehrgeizige Ziel gesteckt, ab 2024 die Produktion am Flughafen Leipzig/Halle einer neuen Auflage der 328, die D328Neu, zu starten. Danach sollen dann rund 50 Flugzeuge pro Jahr in Leipzig vom Band laufen.

Der Rundgang durch die Hallen und das Vorhaben vom Entwicklungsverantwortlichen Nico Neumann hat die Unternehmer sehr beeindruckt.

Aktuell fliegen rund 2900 zugelassene Maschinen des Typs Dornier 328, welche älter sind als 30 Jahre. Die 328 Support Services GmbH erwartet in den kommenden Jahrzehnten eine Nachfrage von ca. 4000 Flugzeugen. Das neue Flugzeug, welches am Standort in Oberpfaffenhofen entwickelt werden soll, bekommt eine verlängerte Mittelrumpfsektion und soll neben den herkömmlichen Turboprop- und Turbinenantrieben auch hybride sowie alternative Triebwerke unterbringen können. Die Streckung hat eine Erhöhung der Passagierkapazität auf maximal 40 Sitzplätze zum Ziel. Folglich sei zu erwarten, dass die Maschinen schwerer werden, als die bisherigen. Genau aus diesem Grund werde am Leichtbau-Ingenieurstum der Dornierentwickler weiter angeknüpft.

@LRT 3 Sächsische, thüringische und bayerische Unternehmer mit Nico Neumann (9. v.r.) vor der Dornier 328

Der Entwicklungsstart der D328Neu ist im ersten Quartal 2020 geplant. Ein Supplier Development findet jedoch in der ersten Zeit nicht statt. Zunächst werde auf bestehende Lieferanten zurückgegriffen. Eine Neubewertung sowie ein Onboarding von neuen Lieferanten seien jedoch nötig, um neue Technologien implementieren zu können. „So viel sei schon verraten, dass die EASA Form 1 bei der Lieferantenauswahl einen wichtigen Faktor spielen wird.“ Nico Neumann, Entwicklungsverantwortlicher der D328Neu und Director Maintenance & Production Organisation, 328 Support Services GmbH