Branchennews

Aircraft Engineers International: “Der Unfall der Fluglinie Air Asia zeigt, dass die Luftfahrtindustrie ihre Lektion in Bezug auf Sicherheit nicht gelernt hat.”

Amsterdam (ots/PRNewswire) –

Der CEO von Air Asia versichert uns: “Wir lassen nichts
unversucht, um sicherzustellen, dass die Industrie aus diesem
tragischen Vorfall lernt.” Obgleich die Kommentare des CEOs von Air
Asia zweifellos ehrlich gemeint sind, bleibt doch die Tatsache
bestehen, dass so etwas wieder geschehen könnte, wenn sich die
Haltung und das Engagement der CEOs und der Regulierungsbehörden auf
globaler Ebene nicht grundlegend ändern.

Dieser vermeidbare Unfall zeigt leider, dass die Branche als
Ganzes nur wenig aus zwei früheren tragischen Unfällen gelernt hat.
Die Untersuchungen zu den Unfällen der “Spanair” und der “Turkish
Airlines” (2008, 2009) brachten sehr ähnliche kausale Faktoren
zutage.

– Mängel waren nicht gemeldet worden.
– Unzulänglichkeiten im Wartungssystem, die wiederholt kleine Fehler
zuließen, hatten sich so lange angesammelt, bis es zu einem
vermeidbaren Unfall kam.
– Probleme bei den Schulungen der Crews.
– Mangelnde Effektivität des derzeitigen Systems der behördlichen
Aufsicht, das konsequent darin versagt, Sicherheitsprobleme bereits
vor einem Unfall zu erkennen, während dieselben Probleme nach dem
Unfall sofort klar erkannt werden.

Der Öffentlichkeit muss bewusst gemacht werden, dass sich die
Luftfahrt heute nach den Kosten richtet. Kosten, nicht Sicherheit,
haben oberste Priorität. Piloten und Ingenieure stehen oft unter
wachsendem Druck, etwas Zweitklassiges akzeptieren zu müssen, um
sicherzustellen, dass ihre Flugzeuge unrealistische Flugpläne
erfüllen. Die Folgen davon sind weitere Zwischenfälle und
letztendlich noch mehr vermeidbare Unfälle.

Die Ausbildung von Piloten und Ingenieuren umfasst oft nur noch
das absolut nötige Mindestmaß. Ersatzteile und Arbeitskräfte werden
auf ein unakzeptables Niveau reduziert. Dazu kommt die erhöhte
Arbeitsbelastung. Das gesamte Arbeitsleben dieser Sicherheitsexperten
dreht sich nur noch um die Kostensenkung. Die Lehre, die aus diesem
und den anderen vermeidbaren Unfällen gezogen werden muss, besteht
darin, dass es jetzt an der Zeit ist, dass die Luftfahrtindustrie auf
die Sicherheitsfachleute hört, die sich bemühen, das Fliegen sicher
zu erhalten, und ihren Ratschlägen folgt.

Zu diesem Zweck ruft der Verband Aircraft Engineers International
zu den folgenden Reformen auf:

– Eine echte Kultur der Sicherheit, die vor geschäftlichen
Bedürfnissen kommt, muss von ganz oben erzwungen werden.
– Die Luftfahrt muss eine Kultur schaffen und respektieren, wo die
Verantwortung der Piloten und Ingenieure, die sie aufgrund ihrer
Berufslizenzen haben, korrekt und frei von jeglichen Repressalien
ausgeübt werden kann.
– Das Mantra jeder Führungskraft, jedes Ingenieurs, Piloten oder
Aufsichtsbeamten muss es sein, gleich beim ersten Mal alles richtig
zu machen.
– Der Staat muss in Regulierungsbehörden investieren, um wirksame
Aufsicht zu gewährleisten.
– Die Ausbildung muss auf allen Ebenen innerhalb der
Luftfahrtindustrie verbessert und verstärkt werden.

Zum Abschluss möchten wir die Gedanken eines trauernden Verwandten
eines der Opfer wiedergeben, der sagte: “Lasst nicht zu, dass die
Katastrophe vom 28. Dezember sich je wiederholt.”

Um auch nur eine Chance zu haben, diese Anforderung zu erfüllen,
muss die Luftfahrtindustrie aufrichtig sein und sicherstellen, dass
der Sicherheit wirklich die oberste Priorität eingeräumt wird.

Über AEI:

Aircraft Engineers International (AEI) wurde 1971 gegründet und
vertritt die kollektiven Interessen der mehr als 40.000 lizenzierten
Luftfahrzeugwarte (Aircraft Maintenance Engineers) in über 30
Ländern. Die AEI sieht ihre Aufgabe darin, die globale Stimme der
lizenzierten Luftfahrzeugwarte zu sein und durch ihre Vertretung und
Unterstützung weltweit das höchste Maß an Luftfahrtsicherheit und
Wartungsstandards zu fördern.

Pressekontakt:
erteilt gerne:
Fred Bruggeman
+31-655-930-175
AEI Secretary General
http://www.airengineers.org
SG@airengineers.org