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Kooperation für mehr Fluglärmschutz: Hamburg Airport und Airlines starten Pünktlichkeitsoffensive / Gemeinsame Erklärung zum Abbau von Verspätungen nach 23 Uhr unterzeichnet (FOTO)

Hamburg (ots) –

Gemeinsam mit den fünf größten Fluggesellschaften am Standort
startet Hamburg Airport eine neue Pünktlichkeitsoffensive: Heute
Morgen unterzeichneten Vertreter von Air Berlin, Condor, easyJet,
Eurowings/Germanwings, Lufthansa und der Flughafen Hamburg GmbH die
„Gemeinsame Erklärung zum Abbau von Verspätungen nach 23 Uhr am
Hamburg Airport“. Damit verpflichten sich Flughafen und Airlines, zum
Schutz der Anwohner so selten wie möglich Gebrauch von der
sogenannten Verspätungsregelung zu machen. Vertreter von Politik und
Verwaltung – darunter die Hamburger Staatsräte Andreas Rieckhof von
der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation und Wolfgang
Michael Pollmann von der Behörde für Umwelt und Energie – nahmen an
der Unterzeichnung teil und begrüßten das starke Bündnis für mehr
Fluglärmschutz. Mit der freiwilligen Selbstverpflichtung ist der
Luftfahrtstandort Hamburg bundesweit Vorreiter für die Zusammenarbeit
von Flughafen und Airlines bei der Reduzierung von Verspätungen.

Zum Schutz der Anwohner: Nachtbeschränkungen einhalten

„Wir konzentrieren uns mit den Airline-Partnern darauf, die
letzten Flugzeuge eines Tages, die bis 23 Uhr geplant sind, auch
pünktlich in Hamburg starten oder landen zu lassen. Das ist von
großer Bedeutung für die Anwohner in Hamburg und in
Schleswig-Holstein“, erklärt Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der
Geschäftsführung am Hamburg Airport. Die Betriebszeiten am Hamburger
Flughafen sind täglich von 6 bis 23 Uhr, danach gibt es sehr strenge
Nachtflugbeschränkungen. Verspätete Flugzeuge dürfen nur unter ganz
bestimmten Voraussetzungen bis 24 Uhr starten und landen. Bei einem
hochkomplexen System wie dem Luftverkehr sind Verspätungen trotz
professioneller Abläufe bei Airlines und Airports nie völlig
auszuschließen. „Unser Ziel ist es daher, die Bevölkerung bestmöglich
vor Fluglärm zu schützen – ohne dabei die Wettbewerbsfähigkeit des
Standortes zu gefährden“, so Eggenschwiler.

Dazu Staatsrat Andreas Rieckhof, Hamburger Behörde für Wirtschaft,
Verkehr und Innovation: „Wir begrüßen die Offensive des Flughafens
und der Airlines sehr. Für die Akzeptanz des Luftverkehrs ist es
unerlässlich, dass es nach 23 Uhr so wenig Verspätungen wie möglich
gibt.“ Wolfgang Michael Pollmann, Staatsrat der Behörde für Umwelt
und Energie, erklärt: „Wir sind uns bewusst, dass ein
innerstädtischer Flughafen Lärmbelastungen mit sich bringt, wissen
aber auch um die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens. Vor diesem
Hintergrund ist es besonders wichtig, den Lärmschutz Schritt für
Schritt zu verbessern. Dafür ist die Pünktlichkeitsoffensive ein
wichtiger Erfolg. Jetzt geht es darum, Verspätungen nach 23 Uhr so
weit wie irgend möglich zu vermeiden.“

Pünktlichkeitsoffensive: neun Punkte für wirksamen Lärmschutz

Gemeinsam mit seinen Airline-Partnern hat Hamburg Airport heute
neun Maßnahmen beschlossen, die den Flugplan noch stabiler und
verlässlicher machen sollen – gerade in den Tagesrandzeiten. Neben
der Überprüfung und gegebenenfalls einer Ausweitung der Reserven und
Pufferzeiten räumen Flughafen und Airlines verspäteten Flügen künftig
eine höhere Priorität bei der Abfertigung ein. Durch die Einführung
eines „Pünktlichkeitsmanagements“ soll die Abstimmung weiter
optimiert werden. Zudem verpflichten sich die Luftfahrtunternehmen
mit der unterzeichneten Erklärung, der Hamburger
Fluglärmschutzbeauftragten detailliert die Gründe für die
Verspätungen nach 23 Uhr unaufgefordert monatlich mitzuteilen.
Gemeinsame Standards bei der Abgabe von Begründungen sowie die
Veröffentlichung auf der Internetseite www.hamburg-airport.de werden
zu noch mehr Offenheit und Transparenz beitragen.

Höhere Entgelte für verspätete Starts oder Landungen

Um die Verspätungen auf das unvermeidbare Maß zu begrenzen, setzt
Hamburg Airport schon jetzt zusätzliche finanzielle Anreize: Bereits
vor 14 Jahren hat der Flughafen ein Gebührensystem eingeführt, wonach
die Airlines in den späten Abendstunden und der Nacht hohe Aufschläge
auf die Lärmentgelte zahlen müssen. Diese Aufschläge hat Hamburg
Airport zum 15. Januar 2015 noch einmal deutlich erhöht: Für jede
verspätete Landung und für jeden verspäteten Start wird ein Aufschlag
von 150 Prozent (22:00 bis 22:59 Uhr) bzw. 300 Prozent (23:00 bis
05:59 Uhr) fällig. Damit diese Maßnahmen auch Wirkung zeigen, werden
sie regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiter verschärft.

Mehr Passagiere pro Flug und eine bessere Auslastung der Flugzeuge

Im Jahr 2015 flogen mehr Fluggäste ab Hamburg als jemals zuvor:
Insgesamt 15,6 Millionen Passagiere nutzten den Hamburger Flughafen –
5,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Einsatz von größeren, moderneren
und effizienteren Maschinen am Hamburg Airport sowie eine stets
steigende Auslastung der Flugzeuge führt dabei zu einer Entkopplung
von Passagierzahlen und Flugbewegungen: Weil pro Flug immer mehr
Fluggäste befördert werden, wächst die jährliche Anzahl der
Flugbewegungen deutlich geringer als die Passagierzahl. Mit 158.390
Starts und Landungen lag die Anzahl der Flugbewegungen im Jahr 2015
unter dem Niveau des Jahres 2000. Damals flogen jedoch nur rund 10
Millionen Passagiere vom Hamburger Flughafen aus.

Die Unterzeichnenden der „Gemeinsamen Erklärung zum Abbau von
Verspätungen nach 23 Uhr am Hamburg Airport“:

– Air Berlin: Moritz Küppers, Vice President Airport Operations,
und Sina Dietrich, Head of Airport Stations
– Condor: Arne Kirchhoff, Director Commercial Airport Relations,
und Christian Schmitt, Director Aircraft & Ground Operations
– easyJet: Thomas Haagensen, Country Director Switzerland/Germany
– Eurowings/Germanwings: Tjark Giller, Area Manager Hamburg &
Bremen
– Lufthansa: Jörg Neumann, Leiter Commercial Airport Relations
– Hamburg Airport: Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der
Geschäftsführung

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