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Technologieregion Sachsen / Thüringen präsentierte sich auf der ILA 2016

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Einzigartige Kombination aus Leichtbau- und 3D-Druck-Know-how, Mikrosystemtechnik und Sensorik sowie Komponentenexpertise machen Technologieregion Sachsen/Thüringen zu einem international anerkannten Kompetenzzentrum der Luft- und Raumfahrt

Die internationale Luft- und Raumfahrtindustrie traf sich vom 1. bis zum 4. Juni 2016 auf der ILA Berlin Air Show, Deutschlands bedeutendster Branchenmesse. Neben spektakulären Flugshows für das breite Publikum präsentierten hier die wichtigsten Akteure der internationalen Luft- und Raumfahrtindustrie Neuerungen und Trends. Die Technologieregion Sachsen und Thüringen zeigte in Berlin, wie das hier vorhandene Know-how in den Querschnitts- und Schlüsseltechnologien in Produkten, Materialien und Anwendungen der modernen Luft- und Raumfahrt zum Einsatz kommt.

Innovationstreiber und Wachstumsbranche

Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist eine der zentralen Innovationstreiber Sachsens und Thüringens. Dabei fußt sie auf dem langjährig gewachsenen Fundament aus Know-how sowohl in traditionellen Industrien wie dem Maschinenbau als auch modernen Schlüsseltechnologien wie Mikro- und Nanoelektronik, Werkstoff- und Materialentwicklung, Produktionstechnik und Technischen Textilien und überführt diese in Querschnittslösungen für die moderne Luftfahrt. In 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen erwirtschaften 7.000 Mitarbeiter einen Umsatz von etwa 1,4 Milliarden Euro jährlich. Tätigkeitsfelder und Kernkompetenzen sind hauptsächlich die Aus- und Umrüstung von Flugzeugen, die Komponentenfertigung für Flugzeuge und Raumfahrtobjekte, Tests von Flugzeug- und Raumfahrtstrukturen, Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Luft- und Raumfahrttechnik sowie der Luftverkehr und die Betreuung von Flugzeugen.

Am sächsischen Gemeinschaftsstand Sachsen-Live präsentierten sich ADZ Nagano, BFMC, EAST-4D, IAMT, LRT und rmw Kabelsysteme. Und viele andere sächsische und thüringische Unternehmen waren mit einem eigenen Stand vor Ort: ARTS, COTESA, IMA Dresden, Jena-Optronik, Nehlsen BWB Flugzeuggalvanik, PMG Precision Mechanics Group, SIListra Systems GmbH und Fraunhofer IWS.

Dresdner Know-how an Board

„Schaut man nur auf die zivile Luftfahrt, also den Personenverkehr, dann mag Sachsen zu den ‚Kleinen’ gehören. Aus Industriesicht bieten die Flughäfen Dresden und Leipzig/Halle jedoch eine gute Infrastruktur für Unternehmen, die unter anderem Komponenten für Flugzeuge liefern oder ausgediente Passagiermaschinen zu Frachtmaschinen umbauen. Dieses Leistungs- und Erfahrungsspektrum ist nahezu einzigartig. Da gehören der Freistaat und Dresden durchaus zu den ‚Großen’“, erläutert Dr. Wolfgang Göhler, Vorstandsvorsitzender des Kompetenzzentrums Luft- und Raumfahrt Sachsen/Thüringen e.V. (LRT) und Geschäftsführer der HTS GmbH. „Nach wie vor gilt zum Beispiel: Betreten Sie ein Flugzeug, dann betreten Sie sächsischen Boden. Schließlich werden die Bodenplatten für Airbus bei den Elbe Flugzeug Werke GmbH in Dresden hergestellt“, so Göhler mit einem Augenzwinkern.

Superleichte Hochleistungskomponenten aus Mittweida

Beim Fliegen zählt jedes Gramm: Je leichter die komplexen Strukturen und Komponenten desto länger kann das Flugzeug mit einer Treibstofffüllung in der Luft bleiben. Neben aerodynamischen Aspekten wie der idealen Oberflächenveredelung und der Konstruktion spielen neue Materialien daher eine zentrale Rolle in der modernen Luftfahrt. Diese müssen jedoch nicht nur so leicht wie möglich sein, sondern auch den extremen Belastungen während eines Fluges sicher standhalten. Ein Spezialist für solche Hochleistungskomponenten wie Profile, mehrdimensionale Sandwich-Strukturen, Antriebswellen oder schussfeste Leichtbaukomponenten aus Kohlefaserverbundwerkstoffen (CFK) ist die 2002 in Mittweida gegründete COTESA GmbH. Auf der ILA präsentierte das seit Jahren stark expandierende Unternehmen, dessen 600 Mitarbeiter dieses Jahr einen Umsatz von gut 40 Millionen Euro erwirtschaften, CFK-Strukturbauteile verschiedener Airbus-Programme wie des Seitenleitwerks Airbus A380 , CFK-Antriebswellen sowie die Dienstleistungen des hausinternen, Airbus-zertifizierten Composite-Materialprüflabors.

Einzigartige Produktionstechnik für komplexe Strukturen

Das Dresdner Technologieunternehmen EAST-4D® Carbon Technology GmbH zeigt auf der Messe seine weltweit einzigartige Produktionstechnik für komplexe Leichtbaustrukturen: Statt die CFK-Bauteile zu gießen oder gar mit der Hand zu formen, werden auch geometrisch komplexe Bauteile einfach gewickelt. Die so entstandenen Strukturen werden anschließend unter Vakuum langsam mit einem Spezialharz verfüllt, sodass sie extrem robust sind. „Das besondere an unserem Verfahren ist, dass es keine anschließende Oberflächenbearbeitung benötigt. So wie das Bauteil unser Filament Winding Injection Verfahren verlässt, entspricht es den hohen Oberflächenstandards“, erläutert Geschäftsführer Raimund Grothaus. Mit dieser Technologie sind die Dresdner gefragt bei internationalen Flugzeugbauern: „Geometrisch komplexe Bauteile wie zum Beispiel Triebwerkseinlaufkegel, die unter extremen Temperatur- und Druckverhältnissen permanent und zuverlässig rotieren, sind aus Konstrukteurs- und Materialsicht anspruchsvoll. Unser Verfahren garantiert Belastbarkeit unter Extrembedingungen bei minimalem Gewicht.“

Starke Partner für die deutsche Luft- und Raumfahrt

„Der Luftfahrtstandort Hamburg und die Technologieregion Dresden bzw. das Luftfahrtzentrum Sachsen/Thüringen sind seit Jahren Partner. Schon als Spitzencluster haben Cool Silicon und Hamburg Aviation gemeinsam erste Ideen für eine effizientere Luft- und Raumfahrt entwickelt und diese Aktivitäten führen wir erfolgreich im Zwanzig20-Forum ‚Energy Efficient Aviation Solutions‘ weiter. In Dresden und Sachsen finden Hamburger Akteure sowohl in Forschung und Entwicklung als auch in der Industrie verlässliche Partner mit komplementären Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese fruchtbaren Kooperationen tragen einen wesentlichen Teil zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Luft- und Raumfahrtstandorts Deutschland bei“, sagt Dr. Franz Josef Kirschfink, Geschäftsführer des Luftfahrtclusters Hamburg Aviation.