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Umfrage von Porsche Consulting: Passagiere achten auf Beinfreiheit und sichere Flugzeuge / Für Fluggäste in Deutschland ist der Ticketpreis nicht das Wichtigste (FOTO)

Stuttgart (ots) –

Innerdeutsch fliegen ist vergleichsweise kostengünstig. Doch nur
die wenigsten Fluggäste sind bei Reisen innerhalb des Landes
konsequente Schnäppchenjäger: Gerade einmal 13 von 100 Passagieren
würden maximal 80 Euro für eine Kurzstrecke (hin und zurück)
bezahlen. Das ergibt eine aktuelle repräsentative Umfrage der
Managementberatung Porsche Consulting. 80 Euro entsprechen in etwa
dem Mindestpreis, den Fluggesellschaften bei Aktionen anbieten. Meist
muss dafür weit im Voraus gebucht und auf kundenfreundliche
Stornoregelungen verzichtet werden. Jeder vierte Fluggast akzeptiert
einen Ticketpreis von 100 Euro. Und nahezu jeder zweite (45%) ist
bereit, für ein Ticket deutlich mehr als 100 Euro auszugeben. Die
Obergrenze von 150 Euro akzeptieren 26 Prozent. Erst bei 200 Euro
setzen 12 Prozent ihr persönliches Limit. Und mehr als 200 Euro
würden immerhin noch 7 Prozent bezahlen.

Besonders sensibel sind Fluggäste in puncto Sicherheit: Für 94
Prozent ist höchste Zuverlässigkeit von Crew und Flugzeug der
allerwichtigste Aspekt. Als weitere wichtige Kriterien werden
Pünktlichkeit (91%), volle Kostenerstattung bei Stornierung der
Buchung (85%), kostenfreie Gepäckaufgabe (78%), kürzere Wartezeiten
vom Check-in bis zum Abflug (77%) und ausreichender Sitzreihenabstand
an Bord (72%) genannt. Wenn besonders günstige Tickets nur gegen zu
stark minimierte Beinfreiheit zu erkaufen sind, würden 61 Prozent der
Befragten auf den Knüllerpreis verzichten, um lieber halbwegs
entspannt sitzen zu können. Vor allem in der günstigsten
Buchungsklasse hatten einige Fluggesellschaften in den vergangenen
Jahren alle Möglichkeiten genutzt, mehr Sitze auf gleicher
Flugzeugfläche unterzubringen.

Es gibt aber auch Leistungen, die viele Fluggäste zumindest auf
Kurzstrecken für überflüssig halten – vor allem, wenn dadurch der
Flugpreis sinkt: 66 Prozent brauchen keinen Bordservice mit
kostenlosen Getränken und Snacks. Gut die Hälfte aller Passagiere
(53%) hat kein Interesse an der Reservierung eines Wunschsitzplatzes.
42 Prozent würden ihre Bordkarte am Automaten oder im Internet
abrufen und ihr Gepäck an einer Selbstbedienungsstation aufgeben,
wenn das preisgünstiger wäre als der Check-in am Flughafenschalter.
Gespalten ist das Bild beim Online-Surfen über den Wolken: Für die
Internetnutzung während des kurzen Fluges via Wireless LAN würden aus
der Gruppe der über 30-Jährigen nur 13 Prozent extra bezahlen. Bei
der jungen Zielgruppe unter 30 Jahren sind es mit 25 Prozent fast
doppelt so viele.

An Attraktivität verlieren anscheinend die immer stärker
reglementierten “Meilenprogramme” zur Kundenbindung. Nur jeder fünfte
Fluggast sieht darin auf Kurzstrecken, die ohnehin relativ wenig
Meilen auf das Sammelkonto bringen, einen wichtigen Mehrwert.
Vielflieger, insbesondere unter den Geschäftsreisenden, möchten
hingegen die Möglichkeit nicht missen, sich Prämien und Freiflüge mit
abgeflogenen Streckenkilometern zu sichern.

“Nach allen Prognosen wird das Passagieraufkommen in den nächsten
zwei Jahrzehnten noch einmal deutlich zunehmen. Deshalb geht es für
Luftfahrtgesellschaften, Flugzeughersteller und Flughäfen jetzt
darum, sich noch stärker an den wichtigsten Kundenwünschen zu
orientieren. An der Sicherheit und beim gutem Service darf nicht
gespart werden”, sagt Joachim Kirsch, Seniorpartner bei Porsche
Consulting. Als Berater empfiehlt der Luftfahrtexperte der Branche,
ihre Organisationen zu straffen: “Durch höhere Effizienz vor allem
bei internen Abläufen kann das Budget freigespielt werden, das in
noch mehr Kundenorientierung investiert werden muss.” Insbesondere
sollten unnötig lange Wartezeiten für Passagiere vor dem Start, beim
Boarding und auch nach der Landung reduziert werden. Ebenso wichtig
sei ein akzeptabler Sitzkomfort an Bord, auch in der günstigsten
Buchungsklasse. Kirsch ist überzeugt, dass die Branche mit der
richtigen Strategie auf ruinöse Preiskämpfe verzichten kann: “Für die
wirklich wichtigen Leistungen werden die meisten Fluggäste auch einen
angemessenen Ticketpreis zahlen.”

Die Porsche Consulting GmbH, Bietigheim-Bissingen, ist eine
Tochtergesellschaft des Sportwagenherstellers Dr. Ing. h.c. F.
Porsche AG, Stuttgart. Sie wurde 1994 gegründet, begann damals als
vierköpfiges Team und beschäftigt heute mehr als 380 Mitarbeiter. Das
international agierende Unternehmen hat vier Auslandbüros in Mailand,
São Paulo, Atlanta und Shanghai. Porsche Consulting zählt zu den
führenden Beratungsgesellschaften in Deutschland. Unter dem Leitmotiv
“Strategisch denken, pragmatisch handeln” betreuen die Berater
weltweit Konzerne und mittelständische Unternehmen aus der
Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie dem Maschinen- und
Anlagenbau. Weitere Klienten kommen aus dem
Finanzdienstleistungssektor, der Konsumgüterindustrie und dem Handel
sowie aus der Baubranche.

1003 Fluggäste aus Deutschland im Alter von 18 bis 75 Jahren
wurden im Zeitraum vom 28.11. bis 1.12.2016 für die repräsentative
Umfrage von Porsche Consulting befragt. Die Managementberatung
beauftragte Forsa mit den Interviews nach einer systematischen
Zufallsauswahl.

Für Redaktionen sind honorarfreie Infografiken online abrufbar:
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