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Streit um neue Hubschrauber für die Bundeswehr / Verband der Soldaten der Bundeswehr: „Sicherheit für Soldaten vor Industrie-Interessen“

Köln (ots) – „Keine Experimente zulasten der Soldatinnen und
Soldaten! Die Bundeswehr braucht jetzt erprobte und bewährte
Hubschrauber. Leistungsfähige Transport-Helikopter können zügig und
zuverlässig bei NATO-Verbündeten beschafft werden“, sagt der
Bundesvorsitzende des Verbandes der Soldaten der Bundeswehr (VSB)
e.V., Ulrich Timmermann (Oberstleutnant im Generalstabsdienst (OTL
i.G.), zum jüngsten Streit des Bundesministeriums der Verteidigung
mit Vertretern der deutschen Rüstungsindustrie.

Hintergrund: Laut Medienberichten haben Lobbyisten der deutschen
Rüstungsindustrie gegen Pläne des Verteidigungsministeriums
protestiert, neue Transporthubschrauber für die Bundeswehr bei
US-amerikanischen Herstellern zu kaufen. In einem bekannt gewordenen
Brief an das Ministerium befürchtet der Bundesverband der Deutschen
Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) den „Verlust nationaler
Handlungsfähigkeit“, wenn ausländische Firmen für Wartung und
Instandhaltung von Bundeswehr-Material verantwortlich sind.

„Die Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten steht für den VSB
über dem Interesse der Industrie“, sagt Timmermann.

Der VSB begrüße das Ziel des Verteidigungsministeriums,
leistungsfähiges und bewährtes Gerät zeitnah den Bedürfnissen der
Truppe entsprechend zu beschaffen. „Die Pflicht zur Fürsorge
gegenüber den Soldatinnen und Soldaten zählt zu den wichtigsten
Obliegenheiten des Dienstherrn“, erläutert VSB-Pressesprecher Roland
Bösker. „Eben weil unsere Kameradinnen und Kameraden in ihrem Beruf
ein hohes Risiko eingehen, muss zuverlässiges Gerät dann beschafft
werden, wenn es gebraucht wird und nicht erst, wenn die Industrie
ihre Gewinnerwartungen kalkuliert hat.“

Der Verlust nationaler Handlungsfähigkeit, wie ihn der
Industrieverband befürchtet, geht der Bundesrepublik nach Worten
einer verbreiteten Erklärung des VSB dann verloren, „wenn die
Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr den Eindruck gewinnen, dass
ihre Forderungen nach moderner Ausstattung in gefährlichen Einsätzen
weniger wichtig sind als die Verkaufserfolge von Managern in
klimatisierten Büros“.

Pressekontakt:
Verband der Soldaten der Bundeswehr (VSB) e.V.
Bundesbeauftragter für Medienmanagement (Pressesprecher)
Roland Bösker, Oberstleutnant d.R.
Malvenweg 1A
51061 Köln
E-Mail: roland.boesker@vsb-bund.de
Telefon: 0171 – 41 68 217

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